Wie Depressionen Ihr Sexualleben beeinflussen
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Während einer langen Phase der Depression im letzten Jahr fühlte ich mich mehrere Monate lang unglaublich taub und leer. Es war, als wäre die Person, die ich 28 Jahre lang gewesen war, vollständig verschwunden; damals konnte ich nicht verstehen, was mit meinem Körper oder Gehirn geschah. Mein Quell an Optimismus und Staunen schien versiegt zu sein, und ich verlor den Wunsch, all die Dinge zu tun, die mir einst Freude bereitet hatten. Hinzu kam, dass mich der Gedanke, mich zu öffnen und auf Dates zu gehen, extrem überwältigte, während ich einen völligen und absoluten Verlust meiner Libido erlebte. Mein Verlangen, intim mit mir selbst oder jemand anderem zu sein, verschwand, und ich wurde immer ängstlicher.
Emily Roberts, eine Psychotherapeutin aus New York, erklärt, dass die Verbindung zwischen Depression und Sexualität Sinn ergibt. Wenn man depressiv ist, kann das Leben schwerer wirken, als ob eine dunkle Wolke alle Freude aufsaugt. Depression kann dazu führen, dass jemand immense Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit empfindet, was sich auf das tägliche Leben, die Arbeit und die Beziehungen auswirken kann. Außerdem sind starke Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gefühle von Wertlosigkeit oder unangemessene Schuldgefühle häufig, während jemand, der mit Depressionen kämpft, auch Gedanken an den Tod und Suizidgedanken haben kann. Dies liegt an verschiedenen Faktoren, da die psychische Gesundheit durch genetische, biologische, Umwelt- und psychologische Einflüsse beeinträchtigt werden kann.
Roberts sagt: „Das depressive Gehirn ist keine Wahl, es ist eine Krankheit. Menschen wachen nicht eines Tages auf und entscheiden, dass sie müde sind, sie sind buchstäblich erschöpft aufgrund von Veränderungen in ihrer Gehirnchemie, die Rezeptoren kommunizieren nicht mehr wie früher und auch die Hormone sind betroffen.“ Wenn die Depression länger als zwei Wochen täglich anhält, kann sie zu einer Major-Depression werden, von der sich jemand nur mit großem Zeit- und Kraftaufwand erholen kann.
Es ist kein Wunder, dass jemand, der sich depressiv fühlt, das Interesse an angenehmen Aktivitäten verliert, einschließlich Sex und Intimität. Laut Roberts kann Depression unsere Hormone und Serotoninspiegel beeinflussen, was es schwieriger macht, glücklich oder motiviert zu sein, irgendetwas zu tun – geschweige denn Sex zu haben oder zu masturbieren. Das Gehirn befindet sich einfach nicht in einem Zustand, in dem es sexuelles Verlangen verspürt. Roberts erklärt: „Es ist nicht deine Schuld, wenn es biologisch bedingt ist. Oft denken Menschen, es liegt an der Medikation, und obwohl dies eine Nebenwirkung vieler SSRI- und SSNRI-Medikamente ist, ist die Hauptursache meist die Depression selbst.“
Sex zu haben, während man depressiv ist, kann unmöglich erscheinen, da es bereits eine Herausforderung sein kann, sich um sich selbst zu kümmern, Sport zu treiben und sich richtig zu ernähren. Allein aus dem Bett zu kommen, kann eine enorme, überwältigende Anstrengung sein. Darüber hinaus kann es einschüchternd sein, sexuelle Aktivitäten nach einer depressiven Phase oder einer längeren Pause im Sexualleben wieder aufzunehmen, was Angst und Furcht auslösen kann.
Um sich davon zu erholen, empfiehlt Roberts, mit dem Hausarzt zu sprechen, einen Psychiater aufzusuchen oder eine Gesprächstherapie zu beginnen. Es kann auch sehr wertvoll sein, eine Paarberatung in Anspruch zu nehmen, die bei der Kommunikation während depressiver Episoden helfen kann. Roberts sagt: „Paartherapie bedeutet nicht, dass ihr euch trennen werdet, es ist das Gesündeste, was ihr tun könnt, sie rettet Beziehungen, indem sie dir und deinem Partner hilft, einander besser zu verstehen.“
Außerdem sagt sie, dass es helfen kann, Berührungen wieder in dein Leben zu integrieren, damit dein Körper sich an Freude erinnert und gleichzeitig Glückshormone im Gehirn freisetzt. Das kann Yoga, eine Rückenmassage, das Umarmen eines Tieres oder eines geliebten Menschen, weiche Bettwäsche oder das bewusste Wahrnehmen aller Sinne umfassen.
So schwer es auch sein mag, ist es wichtig, sanft mit sich selbst umzugehen, wenn man sich depressiv fühlt. Während man diese herausfordernden Gefühle durchlebt, sollte das sexuelle Verlangen langsam zurückkehren. Dabei sollten Partner unterstützend und mitfühlend gegenüber ihren Liebsten sein, besonders wenn diese mit Depressionen zu kämpfen haben.
Dank Selbstfürsorge und Therapie habe ich gelernt, meine Depression zu bewältigen, und öffne mich langsam wieder für die Idee, mit einer anderen Person intim zu sein. Die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe, ist, mit mir selbst mitfühlend zu bleiben und geduldig mit meinem Sexualleben umzugehen. Der richtige Partner wird ebenfalls einfühlsam auf meine Bedürfnisse eingehen.




